Freiwillige Feuerwehr Wasbek

Die Geschichte der Brandverhütung und –bekämpfung in Wasbek beginnt nicht erst mit der Gründung der Freiwilligen Feuerwehr im Jahre 1885. Aus dem benachbarten Amt Bordesholm ist eine Anweisung aus dem Jahre 1766 bekannt, die vorsah, dass jede Dorfschaft Feuerhaken, lange Leitern und Handspritzen unterhalten sollte. Auch musste jedes Haus Leuchten, Feuerstülpen und Noteimer bereithalten. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden dann auch Feuerspritzen in den Kirchorten stationiert. Von einer organisierten Brandbekämpfung konnte allerdings noch keine Rede sein.

 

Erst von den Preußen wurden auf diesem Gebiet, wie auf vielen anderen auch, verbindliche Vorschriften eingeführt. Diese wurden schließlich 1889 durch eine Polizeiverordnung abgelöst, die sämtliche ,,Regulative“, ,,Instruktionen“ und ,,Reglements“ zusammenfasste, vereinfachte und vereinheitlichte. Eine Aufforderung zur Gründung freiwilliger Feuerwehren enthielt sie jedoch nicht. Vielmehr mussten nun in jedem Ort so genannte Pflicht-oder Zwangswehren eingeführt werden, die die meisten männlichen Einwohner zur Hilfeleistung im Brandfall verpflichteten und entsprechende Gerätschaften bereitzuhalten hatten. Das es in Wasbek bereits vor der Polizeiverordnung von 1889 eine solche Zwangswehr gegeben hat, entnehmen wir zum Beispiel der Schulchronik. Seit 1876 wurden für die Schule Beiträge für das Feuerlöschwesen gezahlt. Ebenfalls 1876 wurde laut Baukonsens ein Feuerwehrgerätehaus von 6,86 Meter Länge und 4 Meter Breite neben der Schule gebaut.

 

Wie bereits erwähnt, wurde die Freiwillige Feuerwehr Wasbek im Jahre 1885 gegründet. Leider besitzen wir über die Gründungsversammlung und die Tätigkeit der ersten 18 Jahre keine Protokolle mehr, da diese 1903 bei einem Großbrand vernichtet wurden.

 

Danach musste ein neues Protokollbuch angelegt werden, das der damalige Schriftführer Hinrich Staacken mit dem Satz begann:,,Die Hiesige Freiwillige Feuerwehr ist im Jahre 1885, den 15 Januar gegründet worden.“

 

Über die Ausrüstung der ersten Jahre ist wegen der erwähnten Vernichtung der Protokolle leider nichts bekannt. Erst für 1904 erhalten wir nähere Informationen. Die Steigerabteilung war wohl mit Leitern, Haken, Leinen, Feuerpatschen, Eimern und ähnlichem ausgerüstet. Die 2. Abteilung führte die Druckspritze wozu man alleine 8 Mann zum Pumpen benötigte, diese Abteilung bestand aus 14-16 Mann. Die gleiche Mannschaftsstärke war für die 3., die Zubringerabteilung, nötig. Die 4. Abteilung bediente den Schlauchwagen, eine Schlauchrolle auf zwei Rädern. Für diese Arbeit wurden meist ältere Feuerwehrmänner abgestellt.

 

Erster erwähnter Großbrand aus dem Holsteinischen Courier war am 14. November 1889.

 

Dort ist die Gastwirtschaft des Herrn J.H.Kühl während der landesüblichen Martiniefestes in Brand geraten. Weitere Großbrände suchten Wasbek in den Jahren 1903, 1907, 1914, 1925 heim.

 

Da die letzte Eintragung des Protokollbuches vom November 1937 stammt, können wir über die Einsätze der Wehr vor und während des Zweiten Weltkrieges nichts berichten. Eine der letzten Eintragungen betrifft den Brand des Spritzenhauses am 20. November 1937. Dabei wurden der hölzerne Schlauchturm und das Dach beschädigt. Das Dach wurde repariert, der Schlauchturm wurde nicht wieder aufgebaut. Bis 1958 die Schlauchpflegerei in Rendsburg diesen Dienst übernahm, wurden die Schläuche in der Scheune von Heinrich Brandt notdürftig zum Trocknen aufgehängt.

 

Bis zu diesem Zeitpunkt wurde immer noch mit einem Feuerhorn alarmiert was noch immer im Besitz der Feuerwehr ist, bis 1953 die erste Alarmsirene installiert wurde.

 

Die sechziger Jahre standen ganz im Zeichen der Modernisierung für 2500DM gab es eine neuen Spritzenmotor ein neues Spritzenhaus wurde gebaut und im Februar 1964 wurde ein TSF der Firma Ford übergeben werden. Zum 80jährigen Jubiläum der Wehr im Jahre 1965 wurde beschlossen, eine Feuerwehrfahne anzuschaffen. Die Fahnenweihe wurde feierlich am 29. Januar 1966 begangen.

 

Von 1987 bis 2017 war Heinrich Kühl Wehrführer der Feuerwehr Wasbek.

 

Seitdem hat ein erheblicher Strukturwandel in der Wehr stattgefunden. Einhergehend mit dem Ausbau des Gewerbegebietes sind die Anforderungen ständig gewachsen. Um im Rahmen des vorbeugenden und aktivem Brandschutzes nachkommen zu können, war es erforderlich, die Schlagkraft der Wehr zu erhöhen.

 

Die Anschaffung neuer Geräte, insbesondere eines zusätzlichen Löschfahrzeuges, machte es erforderlich, das Feuerwehrgerätehaus zu erweitern. Auf dem bisherigen Standort hinter der Meierei war jedoch kein ausreichender Platz vorhanden, um das Gebäude ausbauen zu können. Zudem ließen Bauart und Größe des früheren Feuerwehrhauses ohnehin keine Erweiterung in dem erforderlichem Maße zu.

 

Deshalb stellte der Wehrführer Heinrich Kühl am 14. September 1987 den Antrag auf Errichtung eines neuen Gerätehauses. Nach Jahren der Planung und Überlegungen reagierte die Gemeinde und kaufte den Bauernhof der Familie Blunk/Rohwer und baute ihn um.

 

Am 16. Januar 1994 wurden die Pläne des Neu-bzw. Umbau auf der Jahreshauptversammlung der Wehr vorgestellt. Ende Mai 1994 erfolgte die Ausschreibung des ersten Bauabschnitts, am 20. Oktober war bereits die Grundsteinlegung und am 15. Dezember des Jahres wurde unter großer Beteiligung der Bevölkerung das Richtfest gefeiert.

 

Ehrengemeindewehrführer der Gemeinde Wasbek

Heinrich Kühl

 

Gemeindewehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Wasbek

1885-1920                              Hans Hinrich Bracker

1920-1932                              Hans Bracker

1932-1934                              Heinrich Bracker

1934-    ?                                 Bernhard Piper

1945-1946                              Hans Doose

1946-1950                              Ernst Brandt

1950-1974                              Richard Stolley

1974-1980                              Herbert Bracker

1980-1987                              Hans Heinrich Doose

1987-2017                              Heinrich Kühl

2017-                                       Oliver Neumann

Die Fahnenabordnung
Die Fahnenabordnung